Der Fall Qualfinger
Lust- und Singspiel mit dem Männergesangsdoppelquartett STIMMLOS
und EDI JÄGER zum 20. Todestag von Helmut Qualtinger
"Der Fall Qualfinger". Quasi – eine Hommage.
Biografische Eckdaten bringen wäre Wasser in die Donau bzw. den Wallersee (b. Salzburg) gießen. Jedem ist er begegnet, irgendwo.
Zwischen dem g’schupften Ferdl und den Heurigen und gestrigen Liedern mit dem ach so jungen Zuckerlfabrikantensohn, vielleicht auch zwischen dem Herrn Karl und Der Name der Rose.
Trauriger Weise, jedoch selbst verschuldet, wie berufene Biografen berichten, jährt sich sein Todestag heuer zum zwanzigsten Mal. Und das ist Anlass für eine Retrospektive, weit davon entfernt, umfassend zu sein, auch geografisch weit entfernt vom Hauptwirkungsort des tragischen „Jubilars“.
Ein Konglomerat an Versatzstücken, lustvoll aneinander gereiht, der geneigte Leser darf es auch getrost als Collage bezeichnen. Eine Collage also aus Gesungenem und Gesprochenem, Gespieltem und Vorgetragenem, bösartig-beißend-kritisch Lustigem und kurios Zeitgeschichtlichem. Das alles unter der großen Spange eines dramatischen Kriminalfalles, desjenigen des Qualfinger eben, eines jungen, sich einen Dreck um Parteikader, Hierarchien, Apparate und gebotene Kommunikationswege scherenden Bürschchens im frühnachkriegszeitlichen Wien, welcher eisern versucht, in der Theaterszene Fuß zu fassen.
Heute ist mit Fug und Recht zu behaupten, dies ist ihm gelungen. Auf vielerlei, meist unkonventionellen Wegen.
Diese Wege nachzuzeichnen, beispielhaft und bruchstückweise, ist erklärtes Ziel des Abends, nicht durch eine Chronologie, vielmehr durch Blitzlichter, kurze, plakative Episoden, Rezitationen. Der Versuch den Kosmos Qualtinger nicht durch platte Kopie seiner Person, sondern vielschichtiger Begegnung mit seiner Arbeit als Schauspieler, Literat und begnadeter Interpret großer Dichter neu zu entdecken in der Gegenwart.
Vorgetragen das Ganze von Edi Jäger, Theatermann, wohnhaft in Seekirchen am Wallersee, arbeitet hauptsächlich in Salzburg, aber auch auf Bühnen im Umkreis von etwa 300 km.
In Zusammenarbeit mit stimmLos, acht Männern im Männergesangsdoppelquartett.
A capella, versteht sich.
Und das - die Lust am Präsentierten – vereint alle Neune auf der Bühne und lässt diesen Abend vielversprechend, spannend und vielleicht auch kurzweilig werden.
Der Fall Qualfinger
Ein Lust- und Singspiel zum 20. Todestag des Helmut Qualtinger
Lust- und Singspiel versus Todestag. Eine fragwürdige Kombination.
Nicht so bei ihm. Helmut Qualtinger war zeit seines Lebens ein Mensch der Gegensätze, ein Aufrührer, ein Poet, ein Staatsfeind unangenehmster Form.
Der Abend zeigt Qualtingers Vielfalt auf, verbindet Texte der verschiedensten Schaffensperioden mit solchen von Zeitgenossen, welche in irgendeiner Form in Verbindung zu Qualtinger standen.
Die Vielfalt wird aber nicht nur über die Auswahl aus dem schier unerschöpflichen Qualtingerschen Gesamtwerk zustande kommen, sondern auch über die unterschiedlichsten Interpretationsversionen.
Eine reine Lesung kann ausgeschlossen werden, ebenso ein biederer Musikabend. Die Kombination ist das Reizvolle und Ausschlaggebende. Ein Schauspieler, acht Sänger, eine Bühne. Und jeder macht nicht immer das, was er gelernt hat.
(Dr. Paul Herbst)
und EDI JÄGER zum 20. Todestag von Helmut Qualtinger
"Der Fall Qualfinger". Quasi – eine Hommage.
Biografische Eckdaten bringen wäre Wasser in die Donau bzw. den Wallersee (b. Salzburg) gießen. Jedem ist er begegnet, irgendwo.
Zwischen dem g’schupften Ferdl und den Heurigen und gestrigen Liedern mit dem ach so jungen Zuckerlfabrikantensohn, vielleicht auch zwischen dem Herrn Karl und Der Name der Rose.
Trauriger Weise, jedoch selbst verschuldet, wie berufene Biografen berichten, jährt sich sein Todestag heuer zum zwanzigsten Mal. Und das ist Anlass für eine Retrospektive, weit davon entfernt, umfassend zu sein, auch geografisch weit entfernt vom Hauptwirkungsort des tragischen „Jubilars“.
Ein Konglomerat an Versatzstücken, lustvoll aneinander gereiht, der geneigte Leser darf es auch getrost als Collage bezeichnen. Eine Collage also aus Gesungenem und Gesprochenem, Gespieltem und Vorgetragenem, bösartig-beißend-kritisch Lustigem und kurios Zeitgeschichtlichem. Das alles unter der großen Spange eines dramatischen Kriminalfalles, desjenigen des Qualfinger eben, eines jungen, sich einen Dreck um Parteikader, Hierarchien, Apparate und gebotene Kommunikationswege scherenden Bürschchens im frühnachkriegszeitlichen Wien, welcher eisern versucht, in der Theaterszene Fuß zu fassen.
Heute ist mit Fug und Recht zu behaupten, dies ist ihm gelungen. Auf vielerlei, meist unkonventionellen Wegen.
Diese Wege nachzuzeichnen, beispielhaft und bruchstückweise, ist erklärtes Ziel des Abends, nicht durch eine Chronologie, vielmehr durch Blitzlichter, kurze, plakative Episoden, Rezitationen. Der Versuch den Kosmos Qualtinger nicht durch platte Kopie seiner Person, sondern vielschichtiger Begegnung mit seiner Arbeit als Schauspieler, Literat und begnadeter Interpret großer Dichter neu zu entdecken in der Gegenwart.
Vorgetragen das Ganze von Edi Jäger, Theatermann, wohnhaft in Seekirchen am Wallersee, arbeitet hauptsächlich in Salzburg, aber auch auf Bühnen im Umkreis von etwa 300 km.
In Zusammenarbeit mit stimmLos, acht Männern im Männergesangsdoppelquartett.
A capella, versteht sich.
Und das - die Lust am Präsentierten – vereint alle Neune auf der Bühne und lässt diesen Abend vielversprechend, spannend und vielleicht auch kurzweilig werden.
Der Fall Qualfinger
Ein Lust- und Singspiel zum 20. Todestag des Helmut Qualtinger
Lust- und Singspiel versus Todestag. Eine fragwürdige Kombination.
Nicht so bei ihm. Helmut Qualtinger war zeit seines Lebens ein Mensch der Gegensätze, ein Aufrührer, ein Poet, ein Staatsfeind unangenehmster Form.
Der Abend zeigt Qualtingers Vielfalt auf, verbindet Texte der verschiedensten Schaffensperioden mit solchen von Zeitgenossen, welche in irgendeiner Form in Verbindung zu Qualtinger standen.
Die Vielfalt wird aber nicht nur über die Auswahl aus dem schier unerschöpflichen Qualtingerschen Gesamtwerk zustande kommen, sondern auch über die unterschiedlichsten Interpretationsversionen.
Eine reine Lesung kann ausgeschlossen werden, ebenso ein biederer Musikabend. Die Kombination ist das Reizvolle und Ausschlaggebende. Ein Schauspieler, acht Sänger, eine Bühne. Und jeder macht nicht immer das, was er gelernt hat.
(Dr. Paul Herbst)
